
Schokos legitimer Nachfolger.
Horr Stadion statt Nou Camp. Wie einst Schoko Schachner, so will auch Roland Linz von Favoriten aus die Fußballwelt im Sturm erobern. Rund 14 Millionen Schilling zahlte Frank Stronach den Donawitzern für das Super-Talent und stach damit sogar den FC Barcelona aus. Eigentlich hatte sich Roland Linz schon auf einen Wechsel zum großen FC Barcelona eingestellt. Die Katalanen boten dem Riesentalent einen Leihvertrag bis Dezember mit Option auf Verlängerung. Doch dann funkte die Wiener Austria dazwischen. "Barcelona hat mir wirklich ein super Angebot gemacht. Doch als sich die Austria gemeldet hat, musste ich nicht lange überlegen", erzählt der 19-jährige Steirer. Aber nicht, weil die Violetten ihre Kicker bekanntlich fürstlich bezahlen. "Das Geld spielte bei meiner Entscheidung keine Rolle. Für mich waren die sportlichen Perspektiven ausschlaggebend. Bei der Austria kann ich mich weiterentwickeln, zudem hat sie ein sehr gutes Management und einen ausgezeichneten Trainer. Und ich bin überzeugt, dass die Austria jenes Team sein wird, das den österreichischen Fußball in den kommenden Jahren dominieren wird", redet der Stürmer bereits wie ein waschechter Violetter.Von der obersteirischen Industriestadt Leoben in die Millionenmetropole Wien - für Roland Linz kein Problem. Schließlich steht der sympathische Steirerbua schon lange auf eigenen Beinen. "Mit 15 bin ich zu 1860 München gewechselt. Ich hatte meine eigene Wohnung, mussste kochen, putzen, waschen. Für meine Entwicklung war diese Zeit in München enorm wichtig." Im Gegensatz zu Martin Stranzl veließ Linz aber vor zwei Jahren den Löwen-Nachwuchs und kehrte zu seinem Stammklub zurück. "1860 wollte mich zwar unbedingt behalten, aber ich wollte zu DSV zurück. Vor allem, weil dort Milan Djuricic als Trainer arbeitete. Er kann sehr gut mit jungen Spielern arbeiten. Das hat er ja auch bei Sturm mit Haas, Schopp & Co bewiesen."
In den vergangenen zwei Jahren spielte sich Linz in die Notizblöcke zahlreicher in- und ausländischer Scouts. 21 Tore erzielte der "Young Star des Jahres" in der abgelaufenen Saison für die Donawitzer - Grund genug, eine neue Herausforderung zu suchen. "Heinz Hochhauser wollte mich schon im Vorjahr zur Austria holen, das war für mich aber noch zu früh. Ich wollte mich zuerst bei Leoben durchsetzen." Jetzt ist Roland Linz aber bereit und stellt sich dem harten Kampf um ein violettes Leiberl. "Mein Ziel ist es natürlich, so schnell wie möglich in die Stammelf zu kommen. Das wird bestimmt nicht leicht, denn die Konkurrenz ist schon gewaltig." Er hätte auch den etwas leichteren Weg nehmen und zum FC Kärnten wechseln können. Aber zum Leidwesen von Walter Schachner entschied er sich für Stronachs Millionentruppe. "Ich hätte ihn gerne beim FC Kärnten gehabt. Ich hoffe natürlich, dass er es bei der Austria schafft", drückt Schoko seinem "Nachfolger" die Daumen. Und für Jung Roland ist Schachner auch das große Vorbild.
Von einer Karriere wie Walter Schachner, der ja auch von den Donawitzer Hochöfen aus die Fußballwelt eroberte, träumt natürlich auch Linz. Schachner schlug ja 1978/79 wie eine Bombe ein und wurde in seiner ersten Saison in der Topliga gleich Schützenkönig. "Vergleichen will ich mich mit ihm aber nicht. Schoko ist eine Legende. Ich kenne ihn von klein auf und bin auch mit seinem Sohn in die Schule gegangen." Dass er das Zeug hat, in seine Fußstapfen zu treten, bewies Roland schon als Dreikäsehoch. 1994 bombte er als Zehnjähriger Trofaich zum Schülerliga Titel und sich selbst zum Torschützenkönig.
Quelle: Sportzeitung

