Roland Linz

"Es tut weh, wenn ich keine Chance bekomme".

Hans Krankl probt zurzeit mit 24 Mann in Florenz. Ein großer Hoffnungsträger des österreichischen Fußballs ist nicht dabei, der 21-jährige Angreifer Roland Linz.

Kurier: Während das A-Team in Florenz weilt, bist du mit dem U-21-Team in Rom. Was denkst du?
Linz: Beim Klub spiele ich nicht, also ist es normal, dass ich nicht im Kader bin. Aber ich werde alles versuchen, damit sich das ändert.

Kurier: Rapid und GAK haben Interesse bekundet. Hast du daran gedacht, zu wechseln?
Linz: Nein, das ist zurzeit kein Thema. Ich will unter Daum trainieren, da kann man viel lernen. Natürlich tut es weh, wenn ich keine Chance bekomme. Ich muss bis zum Sommer durchbeißen. Dann wird man sehen, was rauskommt.

Kurier: Aber wäre nicht gerade Rapid eine Option? Dort besteht Stürmermangel und mit Roman Wallner harmonierst du doch gut?
Linz: Es wäre reizvoll, mit Roman Wallner im Nationalteam zu spielen. Ich habe schon mit ihm in der steirischen Auswahl gespielt. Wir verstehen uns sehr gut.

Kurier: Hans Krankl hat nach dem Test in der Schweiz gemeint, um den Teamsturm Wallner/Linz wird uns einmal Europa beneiden ...
Linz: Das ist ein schönes Kompliment. Und ein Ansporn. Aber um über so etwas zu urteilen, ist es noch viel zu früh. Dazu müssten wir beide ins Ausland. Roman hat die bessere Ausgangsposition, weil er bei Rapid Stammspieler ist. Ich muss mich erst bei Austria bewähren.

Kurier: Du hattest bei Austria bessere Karten, als Schachner Trainer war. Was unterscheidet ihn von Daum?
Linz: Beide sind sehr gute Trainer. Daum legt viel wert auf Disziplin, innerhalb und außerhalb des Platzes. Aber ich muss das Tief, das ich gerade durchlaufe, überwinden. Fakt ist, dass es bei Austria schwer ist, sich bei so vielen Topstürmern durchzusetzen. Wenn es mir nicht gelingt, dann muss ich mir was überlegen. Aber die Frage stellt sich nicht. Ich will kämpfen.

Kurier: Trainer Daum meint, dass man im Austria-Training mehr lernt als bei so manchem Bundesligaspiel ...
Linz: Ich glaube, dass man im Spiel am meisten lernt, weil es da Situationen gibt, die man im Training nicht simulieren kann. Man braucht beides. Spiel und Training.

Kurier: Daum hat auch gesagt, dass manche Junge nur Puderzucker in den Arsch geblasen bekommen. Sie müssten Gras fressen, um Bergsituationen meistern zu können.
Linz: Das ist die Meinung von Herrn Daum. Die muss ich zur Kenntnis nehmen.

Kurier: Befindest du dich in einer Bergsituation?
Linz: Ja, aber die hat jeder einmal zu bewältigen.

Kurier: Kannst du jungen Spielern guten Gewissens raten, zur Austria zu gehen?
Linz: Wenn sie im Training etwas lernen wollen, dann sicher ja. Aber Ziel muss es sein, zu spielen. Ich bin noch jung, habe viel vor. Ich will ins Ausland und im Team, vor allem bei der Euro 2008, dabei sein.

Kurier: Sollte da der Teamchef Hans Krankl heißen?
Linz: Ja. Hans Krankl war einer der weltbesten Spieler seiner Zeit und weiß, wovon er spricht.

Quelle: Kurier