Roland Linz

Linz: "Bin nicht der Gewinner, wir sind alle Verlierer".

Chorzow - Austrias Sportmanager Peter Stöger trat eigens die Reise nach Chorzow an, um den WM-Quali-Showdown zwischen Polen und Österreich live mitzuerleben.

65 Länderspiele bestritt der 39-Jährige im Dress der Nationalmannschaft. Das verbindet, auch über die aktive Karriere hinaus. Sein Hauptaugenmerk galt diesmal aber dennoch wohl eher seinen violetten Schützlingen auf beiden Seiten.

Gleich ein Quintett hätte er während der zweiwöchigen Liga-Pause live in Action erleben können. Wie gesagt können.

Denn bei Anpfiff drückten sowohl Roland Linz, Markus Kiesenebner und Ernst Dospel auf österreichischer als auch Sebastian Mila und Arek Radomski auf polnischer Seite nur die Ersatzbank.

"In Wahrheit haben meine Tore nichts genützt"

Bis auf Dospel kamen im Laufe der 2:3-Niederlage des ÖFB-Teams alle Veilchen zu ihrem Auftritt, eine Gala legte aber nur Linz hin.

Mit ihm kam in der 2. Halbzeit der Umschwung. Beide Treffer Österreichs gingen auf sein Konto - im 10. Länderspiel seine ersten Tore.
Als einziger Gewinner im rot-weiß-roten Dress wollte er aber dennoch nicht dastehen.

"Wenn man die Chance auf die WM verpasst hat, gibt es keinen Gewinner, dann sind wir alle Verlierer", meinte der 24-Jährige gegenüber Sport1, "da überwiegt die Enttäuschung. In Wahrheit haben meine Tore nichts genützt. Es ist bitter, dass wir ausgeschieden sind."

"Kann nie sagen, dass es mit zwei Stürmern besser geklappt hätte"

Erklärungsversuche, warum es vor seiner Einwechslung in der 1. Halbzeit so ganz und gar nicht klappen wollte, fielen dem Steirer schwer.

Ob es mit ihm in der Startelf besser geklappt hätte? "Das kann man nie sagen. Es kann genau so sein, dass es mit zwei Stürmern von Beginn an nicht funktioniert hätte."

"Die Polen sind auch nicht irgendeine Mannschaft", fährt Linz fort, "die haben zu Hause vor 45.000 Zuschauern gespielt und gezeigt, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollen."

Durch diese überfallartige Taktik sei es im 1. Durchgang so schwer gewesen für seine Kollegen. "Letztlich wäre ein Unentschieden aber gerecht gewesen."

Linz international in Topform

Auffällig ist, dass Linz zwar in der Bundesliga seit seinem Doppelpack gegen die Admira am 1. Spieltag nicht mehr getroffen hat, er sich dafür international aber immer besser ins Szene zu setzen weiß.

Mit drei Treffern gegen Zilina schoss "Roligol" die Austria im Alleingang in die UEFA-Cup-Hauptrunde. Nun der Doppelpack im Slaski-Stadion.

"Das ist Zufall, da gehört Glück dazu", wehrt er bescheiden ab und will auch kein Gerede vom besten Linz aller Zeiten aufkommen lassen, sich dafür nun voll auf die Austria konzentrieren.

"Abwanderungsgedanken sind erledigt"

"Die Abwanderungsgedanken sind erledigt", fügt sich der ehemalige Nizza-Legionär ins violette Rotationsprinzip ein. Vergessen scheinen die Flirts mit u.a. Ex-Klub Sturm und dem GAK.

"Ich versuche im Training immer alles zu geben, damit ich mich Tag für Tag weiterentwickle. Dafür wird man im Match ab und zu belohnt."

So wie in Chorzow. Peter Stöger hat's sicher mit Freude zur Kenntnis genommen ...

Quelle: Sport1