Steckbrief

Vorname: Roland
Nachname: Linz
Geburtsdatum: 09.08.1981
Geburtsort: Leoben/Österreich
Größe: 185 cm
Gewicht: 78 kg
Derzeitiger Verein:
FK Austria Wien
Position: Sturm
Rückennummer: 32
... mehr

Autogramme

Für Autogramme kontaktiere bitte FK Austria Wien.


Playercards

FK Austria Wien - 2005/2006


EURO 2008

Austria mental meisterlich - 3:1.


Rapid-Tormann Payer, "Doppelpack" Sionko und Roland Linz drehten ein packendes Spiel um.

WIEN. Nur anfangs schien es, als könnte Austria stolpern. Irrtum. Violett steckte das 0:1 weg, um das letzte Wort zu haben. Mit dem 3:1 (1:1)-Sieg im 277. Derby gegen Rapid vor 18.400 Zuschauern im Happel-Stadion blieb die Austria auf Titel-Kurs, liegt im Duell mit Salzburg wieder einen Punkt vorn. Und es geht nur noch drei Runden. Ein Trio spielte entscheidend mit, dass Violett das 0:1 ins 3:1 verwandelte: Rapid-Keeper Payer mit Fehlgriff zum 1:1, Sionko mit einem Doppelpack, Linz mit seinem 13. Saison-Tor zum 2:1.

Rechtzeitig zum Anpfiff hatte sich der Himmel verfinstert, nicht einmal Leuchtkugeln aus dem Rapid-Sektor konnten ihn erhellen. Petrus ließ es wascheln, als stünd' Wien im Salzburger Schnürlregen. Kurz davor gab's noch Ehrungen für zwei Alt-Austrianer. Präsident Langer verabschiedete Thomas Flögel und Michael Wagner, die jahrelang für Violett gespielt hatten, sich mit Admira aber jetzt auf Abstiegs-Kurs befinden. Sie ernteten Applaus von Frank Stronach, Teamchef Hickersberger, seinem Vorgänger Krankl und Kroatiens Zlatko Kranjcar, der gekommen war, um Mario Bazina und Joey Didulica "Ich hab' drei Nr.1-Torleute - aber ich mach's anders als Klinsmann") zu beobachten. Bazina war nach seiner Grippe nur zweite Wahl, saß bis zur 66. Minute nur auf der Ersatzbank, also dürfte die WM-Chance in weite Ferne gerückt sein.

Als es noch schüttete, war Austria gleich vom Regen in die Traufe gekommen. Schon nach 7 Minuten hieß es 0:1. Bejbl hatte Akagündüz frei gespielt, der Ex-Austrianer ein Auge für den nachrückenden Martinez, der trocken ins Eck schoss. Als kurz darauf Lawaree vor Didulica auftauchte, da schienen den Belgier offenbar die Angst vor der Vergangenheit, sprich: Zusammenstoß, einzuholen. Axel wirkte wie das Kaninchen vor der Schlange. Er zog nicht durch, sondern rollte zaghaft den Ball am Tor vorbei.

Ein sportlicher Derby-Flop. Die Brutalo-Attacke von Didulica von einst hat heute ihr Nachspiel, wenn der Prozess beginnt. Ein Shakehands als Geste der Versöhnung gab's auch gestern nicht einmal beim üblichen Abklatschen vor dem Anpfiff. Das so nebenbei, obwohl's zum Spiel gehörte wie das Comeback der Austria, die mental den Titelkandidaten hervorkehrte. Dank Mithilfe von Helge Payer. Der Team-Tormann ließ sich von einem raffinierten Sionko-Schuss aus 20 m überraschen (1:1). Die Hand war ausgestreckt nach dem Flatter-Ball, den er sich selbst ins Tor schlug, weil er die glitschige Kugel falsch berechnet hatte (20.). Nicht auszudenken, hätte Austria das Spiel nicht umgedreht. Da wäre Referee Messner zur Zielscheibe der Kritik geworden, hatte er doch Violett nach Foul Katzers an Sebo einen Elfer vorenthalten. Austrias Reklamationen ("Schiebung, Schiebung") nach Dober-Attacke gegen Ceh schienen hingegen unberechtigt, weil sie nicht Elfer-würdig war.

Die Spieler ließen sich nicht beirren, zogen konsequent ihr Rezept durch. Konsequenz waren Chancen. Sebo (48., Stange) hatte angeklopft, Roland Linz drei Minuten später mit dem Kopfball-Tor nach Corner das Spiel umgedreht - 2:1 (51.). Kaum bejubelt, schon ging sein "Paternoster" weiter - er wurde herausgeholt, Rushfeldt für seine letzten Derby-Minuten vor der Heimkehr (zu Tromsö) reingeschickt. Sionko machte mit dem Doppelpack zum 3:1 (89.) alles klar. Da skandierten die Fans: "Wir werden Meister!" Rapid, längst keiner mehr, läuft Gefahr, selbst den UI-Cup zu verpassen.

Quelle: Die Presse